Am Seequai wurde letzen Herbst eine für Pfäffikon erstaunlich effiziente Verkehrsberuhigung umgesetzt: Alles, was Räder hat, kommt seit einigen Monaten praktisch nicht mehr vorwärts.
Die Verantwortlichen setzten voll auf Rollkies. In der Schweiz ist grundsätzlich alles normiert. Speziell im Bauwesen. Da findet man zum Beispiel die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» und ebenda den Anhang zur «Eignung der Bodenbeläge». Hier sind die drei Kriterien «Begehbarkeit, Befahrbarkeit und Gleitsicherheit» beschrieben.
Rollkies unterstützt keines dieser Kriterien. Ideal also für eine Verkehrsberuhigung am Seequai. Spätestens seit der Einführung des REK (Raumentwicklungskonzept) ist das ein Dauerthema in der Gemeinde. Die einen finden, Pfäffikon sollte endlich mal fürschi machen, die anderen diskutieren, wo genau das Sinn macht und die SVP ist dagegen.
Da der MIV (Motorisierte Individualverkehr) eine bestenfalls eher sperrige Zielgruppe für solche Massnahmen ist, konzentrierte man sich der Einfachheit halber erstmal ganz generell auf Fahrzeuge mit Rädern. Und das an einem Ort, wo man nicht mit dem Protest gut organisierter Gruppen wie zum Beispiel der Autofahrer:innen rechnen muss (weil: Fahrverbot).
Kompliment an die Verantwortlichen: Der Gehversuch (Achtung Wortspiel!) in Sachen aktiver Verkehrsberuhigung ist absolut gelungen. Das Seequai ist vom RIVOM (Rollender Individualverkehr ohne Motor) weitestgehend befreit. Rollstuhlfahrer:innen nutzen jetzt die Hauptverkehrsachsen bzw. betrachten den See vom Stogelenweg aus. Eltern können nicht mehr entspannt aufs Handy schauen, sondern müssen sich aktiv um den Nachwuchs kümmern und den Kinderwagen zu zweit durch die Gesteinsmassen schieben bzw. tragen. Der Einsatz von Rollatoren ist ebenfalls nicht mehr möglich, vermutlich auf Empfehlung der Organisation FIAOH (Fit im Alter ohne Hilfsmittel). Ausserdem wurde das Tempo des SIFV (Schneller individueller Fussverkehr, aka Jogger:innen) auf sicheres Waten abgebremst.
Nach dem Durchschlagenden Erfolg am Seequai ist der Einsatz von Rollkies in weiteren Projekten abzusehen. Beispielsweise in der Unterführung Tunnelstrasse für den MIV, die im Mobilitätskonzept, das erst Ende 2025 in der Vernehmlassung war, auffällig viel Raum einnimmt. Hier würden ein paar Tonnen Rollkies sicherlich Wunder wirken.


