Die Badi Baumen ist die wichtigste Freizeitanlage Pfäffikons 

Quelle: Pixabay

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Das Angebot der Badi muss nicht ab- sondern ausgebaut werden. Das zeigte der Hitzesommer deutlich. Die SP Pfäffikon fordert ein Umdenken des Gemeinderats. 

Als Pfäffikon vor einigen Jahren über neue Garderobengebäude für den FC diskutierte oder vor zwei Jahren über den Kunstrasenplatz, waren sich die Parteien einig: Der FC Pfäffikon ist wichtig, und das darf auch etwas kosten. Sportliche Betätigung, soziale Interaktion und nicht zuletzt die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund waren die schlagenden Argumente für die Millionenunterstützung. Die SP Pfäffikon hat diese Vorhaben immer mitgetragen. 

Eigenartigerweise zählen all diese Argumente nicht, wenn es um die Badi Baumen geht. An der letzten Gemeindeversammlung forderte die FDP, dass das «Problem mit der Badi» im nächsten Budget gelöst werden müsse. Gemeint ist damit das jährliche Defizit, das sich mit 594’408 Franken für 2025 tatsächlich auf einem Rekordniveau befindet. Der Gemeinderat strebt keine absolute Zahl an, sondern ein maximales Kostendefizit pro Eintritt. Dieses lag lange bei 1.20 Franken. 

Diese beiden Zahlen (das absolute Defizit und das Kostendefizit pro Eintritt) verdienen allerdings eine genauere Analyse: Warum lag das Kostendefizit pro Eintritt im Jahr 2025 bei noch nie dagewesenen 5.68 Franken? An der Anzahl der Eintritte kann es nicht (nur) liegen. Die lagen zwar mit 104’000 im Vergleich zu anderen Jahren relativ tief. Der Kostendeckungsgrad war allerdings auch in katastrophalen Jahren wie 2021 nicht so hoch wie 2025. 

Die Ursachen sind also woanders zu suchen. Die SP Pfäffikon beobachtet schon seit längerem einen grossen wirtschaftlichen Druck des Gemeinderats auf die Betriebsleitung der Badi. Aus diesem Grund wurden die Leistungen und vor allem die Öffnungszeiten der Badi massiv zusammengestrichen. War in früheren Jahren die Badi im Hochsommer bis zum Sonnenuntergang offen, schliesst sie heute mit Ausnahme von einigen wenigen Abenden bereits um 20 Uhr. Entsprechend wurde auch das Angebot im Restaurant massiv reduziert. Letzte Bestellungen sind bis 19 Uhr möglich. Das ist für Berufstätige schlicht nicht mehr attraktiv. Am Montag öffnet die Badi um 11 Uhr, auch im Hochsommer. Das führt dazu, dass auch am Montagmittag das Badirestaurant weniger gut besucht ist.  

Diese zeitlichen Einschränkungen – kombiniert mit Sparanstrengungen, die auch einen Einfluss auf die gebotene Qualität hatten – führten beim Badirestaurant 2025 zum einem Kostendeckungsgrad von gerade mal 92 Prozent. Ein in den letzten Jahren noch nie erreichter Tiefpunkt.

Realitätsferne Budget-Fantasien 

Der Gemeinderat hat mit seiner Sparpolitik einen grundsätzlichen unternehmerischen Fehler begangen: Sparerfolge, die in einer Excel-Liste vielleicht gut aussehen, müssen bei den Kunden auch ankommen. Sonst überwiegen die Sparschäden und führen zu einem höheren Defizit.  

Kommt dazu: Der angestrebte Kostendeckungsgrad von 1.20 Franken pro Eintritt ist eine Illusion, eine Zahl, die völlig aus der Luft gegriffen ist. Das zeigt ein Vergleich mit anderen Badeanstalten in der Region. Keine einzige Badi erreichte einen solch tiefen Wert auch nur annähernd. Die Zahlen aus dem Jahr 2024: Die Badi Pfäffikon liegt mit einem Kostendeckungsgrad von 77 Prozent mit Abstand an der Spitze. Das überambitionierte und weltfremde Budget der Gemeinde hatte nichts mit der Realität zu tun.

Die Badi ist ein Ort der Erholung 

Die Badi ist die mit Abstand wichtigste Freizeitanlage der Gemeinde. Ein Defizit von einigen 100’000 Franken ist bei einem Gesamtbudget von fast 90 Millionen tragbar. Kommt dazu: Die Badi wird zunehmend wichtiger für die Volksgesundheit. Das zeigt dieser Sommer in aller Deutlichkeit.  Darum muss nicht nur die finanzielle Situation überdacht werden, sondern auch die Öffnungszeiten. Hunderte Besucherinnen und Besucher werden jeden Abend um halb Acht aufgefordert, die Badi zu verlassen. Viele Menschen kehren gezwungenermassen in der grössten abendlichen Hitze in ihre Wohnungen zurück. Das macht weder wirtschaftlich noch aus Sicht der Hitzeprävention Sinn.

Längere Öffnungszeiten und besseres Restaurantangebot  

Die Folgerungen sind klar: Die Badi Pfäffikon muss im Hochsommer länger geöffnet bleiben, am Abend sowie am Montagmorgen. Das Angebot des Badirestaurants muss gleichzeitig nicht ab- sondern ausgebaut werden, damit wieder ein anständiger Batzen an das Defizit erwirtschaftet wird – so wie in vergangenen Jahren.  

Der Gemeinderat muss sich vom gescheiterten Sparkonzept verabschieden und wieder unternehmerisch denken. Dazu gehört auch ein vernünftiges Restaurant. Dem Kanton, der sich gegen solche Pläne stemmt, muss der Gemeinderat entschieden entgegentreten und für die Interessen der Pfäffikerinnen und Pfäffiker eintreten. Bisher hat der Gemeinderat mit seinen Abbauplänen für das Badirestaurant nicht diesen Eindruck hinterlassen. Zum Glück hat eine öffentliche Umfrage klar gezeigt, dass die Pfäffikerinnen und Pfäffiker diesen Weg nicht goutieren. Die SP Pfäffikon konnte zur Umfrage viele Leute mobilisieren. 

Die Sommer werden künftig heisser. Dies ist ein Problem, dem sich auch die Gemeinde Pfäffikon stellen muss. Hitzeinseln wie beispielsweise die Seestrasse brauchen zügig ein vernünftiges Beschattungskonzept. Die Badi muss ihre Rolle als Zufluchtsort im Hochsommer spielen können. Kleinliche Budgetdiskussionen sind hier völlig fehl am Platz.

Engagiere dich!

Interessierst du dich für unser Dorf? Ist es dir wichtig, was in Pfäffikon passiert? Möchtest du wichtige Entscheidungen nicht den Leuten überlassen, deren höchstes politisches Ziel der möglichst tiefe Steuerfuss ist? Gefällt es dir, mit Gleichgesinnten zu diskutieren, Lösungen zu erarbeiten und dich für eine sinnvolle Politik einzusetzen, die einer Mehrheit der Bevölkerung zugutekommt? 

Dann bist du bei uns richtig. Komm unverbindlich an eine Parteiversammlung und bilde dir selbst eine Meinung. Wir freuen uns auf dich. 


Wahlen in Pfäffikon: Warum konnte sich die SP behaupten

Quelle: Pixabay

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Argumente statt Schlagworte, ein professioneller Wahlkampf und aufopferungsvolle Kandidat:innen machten den Erfolg für die SP Pfäffikon möglich. 

Der Wahltag war für die SP Pfäffikon äusserst erfolgreich: Erstmals seit 14 Jahren sind wir wieder im Gemeinderat vertreten, alle Kommissionen konnten mit guten bis sehr guten Resultaten wieder besetzt werden. Dies ist im bürgerlich dominierten Zürcher Oberland einebeachtenswerte Leistung.  

Die Gründe für den Erfolg liegen zu einem bedeutenden Teil im Wahlkampf und der klaren Positionierung der SP Pfäffikon.  Darüber hinaus setzten alle Kandidat:innen neben ihrem Familien- und Berufsalltag die gemeinsam definierte Stossrichtung mit vollem Einsatz um. Offensichtlich findet diese deutliche Positionierung und politische Schwerpunktsetzung bei der Pfäffiker Stimmbevölkerung Anklang.  Und – das muss man deutlich anfügen – nicht alle Lösungsvorschläge und politischen Massnahmen der bürgerlichen Parteien in den letzten Jahren und im vergangenen Wahlkampf scheinen bei den Pfäffiker:innen nur auf Zustimmung gestossen zu sein. 

Wahlkampf mit Inhalten 

Die SP Pfäffikon bereitete den Wahlkampf sorgfältig vor. In einem gut besuchten Workshop erarbeiteten wir bereits im Sommer 2025 während eines ganzen Tages ein Parteiprogramm für die nächste Legislaturperiode. In vier Themenschwerpunkten definierten wir unsere zukünftige Stossrichtung. Ausserdem grenzten wir unsere angestrebte Wählerschaft ein und schärften den Wahl-Slogan. Im Wahlprogramm bekennen wir uns zu einer konsens- und zielorientierten Arbeit zum Vorteil aller Pfäffiker:innen. Ein Ansatz, der unsere Arbeit bereits in den letzten Jahren als Leitlinie diente. 

Die Arbeit war in der erreichten Qualität nur möglich, weil die SP Pfäffikon in den letzten Jahren einen spürbaren Anstieg an Neueintritten erleben durfte. Die Arbeit konnte so auf viele Schultern verteilt werden. Die Vielfalt der Meinungen und Talente über verschiedene Altersgruppen hinweg befeuerte den Wahlkampf zusätzlich. Nach den Wahlen waren sich alle Beteiligten einig: Das hat richtig Spass gemacht. 

Der Wahlkampf selbst wurde nicht nur von engagierten Kandidatinnen und Kandidaten geführt, sondern auch von einem Unterstützungsteam im Hintergrund begleitet. Die professionelle Organisation vermied Reibungsverluste und schonte die zeitlichen Ressourcen der Kandidierenden. Jede Massnahme wurde auf ihre Tauglichkeit und auf ihre Effizienzhin geprüft. So konnten wir das Optimum aus unseren finanziellen Ressourcen herausholen. 

Die Kandidatinnen und Kandidaten erledigten ihre Aufgaben mit Hingabe und grossem Einsatzwillen. So verteilten sie am 6. Januar beispielsweise Dreikönigskuchen am Bahnhof. Auf diese Weise kamen viele interessante Gespräche zustande – Inputs, die sofort in den Wahlkampf flossen. 

Der Aufbau einer Online- und Social-Media-Präsenz war ein weiterer wichtiger Pfeiler unserer Kommunikationsstrategie. Dieser Prozess braucht naturgemäss Zeit und wird sich in den nächsten Jahren in ähnlicher Intensität fortsetzen.  

Unsere Arbeit hat sich ausgezahlt, weil wir uns nicht auf platte Wahlslogans beschränkt haben, sondern uns ganz bewusst für Inhalte und Argumente entschieden, die wir auch leben und von denen wir alle überzeugt sind.  

Nicht zuletzt zeigte sich, dass Marc Grosspietsch, unser Kandidat für den Gemeinderat, bis weit in bürgerliche Kreise wählbar war. Das ist ein Umstand, der vor allem in Zürcher Landgemeinden ein wahlentscheidender Faktor sein kann. Oft zählt in kleineren und mittelgrossen Gemeinden die Person mehr als die Parteizugehörigkeit. 

Die Fehler der anderen 

Im Kampf um den Gemeinderat zeichnete sich früh ab, dass sich die beiden neuen Kandidaten Marc Grosspietsch von der SP und Florian Appenzeller von der SVP ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern würden. Folglich gaben auch beide im Wahlkampf vollen Einsatz, waren an Verteilaktionen, dem Politmarkt sowie anderen Anlässen anzusprechen. 

Die SVP versprühte an der Budget-Gemeindeversammlung jedoch wenig konstruktiven Konsenswillen oder vorausschauendes Augenmass.  Dass eine Annahme ihres vorgeschlagenen Rückweisungsantrags so kurz vor den Wahlen ihrer Kampagne wohl nicht förderlich ist, erfuhren sie dann auch postwendend vom Ressortleiter Finanzen Gubler von der FDP.  Florian Appenzeller konnte danach zwar die Unterstützung zum neuen Mettlen Schulhaus verkünden, jedoch nicht ohne Nebenbemerkung betreffend der gerade eben aus SVP-Sicht verlorenen Abstimmung zur Schaffung der Koordinationsstelle Frühförderung. Dies vor einer gut mit Pädagog:innen und Jugendarbeiter:innen besuchten Versammlung.   

Ganz generell zeigten alle Kandidatinnen und Kandidaten der SVP einen guten Einsatz im Wahlkampf. Insbesondere die neu antretenden hatten aber teils einen schweren Stand. Einige schieden als überzählig aus oder erreichten das absolute Mehr nicht. Natürlich ist der Grund dafür nicht allein in Gemeindeversammlungen, wie die oben erwähnte Budget-Debatte, zu suchen. Dennoch schliessen wir von der SP daraus, dass Pfäffikerinnen und Pfäffiker politische Diskussionen mit einem gewissen Pragmatismus, Verständnis und Kompromisswillen wünschen. Maximalforderungen kommen selten gut an. Im Interesse unserer Gemeinde hoffen wir auf eine konsens- und zielorientierte überparteiliche Arbeit in allen Gremien zum Vorteil aller Pfäffiker:innen.In der vergangenen Legislaturperiodekonnte dies mit Mitgliedern aller Parteien, auch der SVP und FDP, umgesetzt werden.
 

Mitmachen erwünscht 

Interessierst du dich für unser Dorf? Ist es dir wichtig, was in Pfäffikon passiert? Möchtest du wichtige Entscheidungen nicht den Leuten überlassen, deren höchstes politisches Ziel der möglichst tiefe Steuerfuss ist? Gefällt es dir, mit Gleichgesinnten zu diskutieren, Lösungen zu erarbeiten und dich für eine sinnvolle Politik einzusetzen, die einer Mehrheit der Bevölkerung zugutekommt? 

Dann bist du bei uns richtig. Komm unverbindlich an eine Parteiversammlung und bilde dir selbst eine Meinung. Wir freuen uns auf dich. 


Gelungene Verkehrsberuhigung am Seequai - eine Glosse

Quelle: Corinne Brühwiler

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Am Seequai wurde letzen Herbst eine für Pfäffikon erstaunlich effiziente Verkehrsberuhigung umgesetzt: Alles, was Räder hat, kommt seit einigen Monaten praktisch nicht mehr vorwärts.

Die Verantwortlichen setzten voll auf Rollkies. In der Schweiz ist grundsätzlich alles normiert. Speziell im Bauwesen. Da findet man zum Beispiel die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» und ebenda den Anhang zur «Eignung der Bodenbeläge». Hier sind die drei Kriterien «Begehbarkeit, Befahrbarkeit und Gleitsicherheit» beschrieben.  

Rollkies unterstützt keines dieser Kriterien. Ideal also für eine Verkehrsberuhigung am Seequai. Spätestens seit der Einführung des REK (Raumentwicklungskonzept) ist das ein Dauerthema in der Gemeinde. Die einen finden, Pfäffikon sollte endlich mal fürschi machen, die anderen diskutieren, wo genau das Sinn macht und die SVP ist dagegen.  

Da der MIV (Motorisierte Individualverkehr) eine bestenfalls eher sperrige Zielgruppe für solche Massnahmen ist, konzentrierte man sich der Einfachheit halber erstmal ganz generell auf Fahrzeuge mit Rädern. Und das an einem Ort, wo man nicht mit dem Protest gut organisierter Gruppen wie zum Beispiel der Autofahrer:innen rechnen muss (weil: Fahrverbot).  

Kompliment an die Verantwortlichen: Der Gehversuch (Achtung Wortspiel!) in Sachen aktiver Verkehrsberuhigung ist absolut gelungen. Das Seequai ist vom RIVOM (Rollender Individualverkehr ohne Motor) weitestgehend befreit. Rollstuhlfahrer:innen nutzen jetzt die Hauptverkehrsachsen bzw. betrachten den See vom Stogelenweg aus. Eltern können nicht mehr entspannt aufs Handy schauen, sondern müssen sich aktiv um den Nachwuchs kümmern und den Kinderwagen zu zweit durch die Gesteinsmassen schieben bzw. tragen. Der Einsatz von Rollatoren ist ebenfalls nicht mehr möglich, vermutlich auf Empfehlung der Organisation FIAOH (Fit im Alter ohne Hilfsmittel). Ausserdem wurde das Tempo des SIFV (Schneller individueller Fussverkehr, aka Jogger:innen) auf sicheres Waten abgebremst. 

Nach dem Durchschlagenden Erfolg am Seequai ist der Einsatz von Rollkies in weiteren Projekten abzusehen. Beispielsweise in der Unterführung Tunnelstrasse für den MIV, die im Mobilitätskonzept, das erst Ende 2025 in der Vernehmlassung war, auffällig viel Raum einnimmt. Hier würden ein paar Tonnen Rollkies sicherlich Wunder wirken.  


Badi-Restaurant: Kein Abbau des Angebots!

Quelle: Pixabay

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


HIER MITBESTIMMEN ↓


WEITERE BEITRÄGE


Der Gemeinderat möchte statt eines richtigen Restaurants in der Badi lieber einen Kiosk mit Wegwerfgeschirr. Machen Sie jetzt an der Umfrage mit, um diesen Unsinn zu verhindern. 

Die Badi Baumen in Pfäffikon ist das mit Abstand wichtigste und beliebteste Freizeitangebot in Pfäffikon. Mit weit über 100’000 Eintritten pro Jahr erfüllt sie eine wichtige Funktion in unserem Dorf.  

Das Restaurant ist in die Jahre gekommen und kann so nicht weitergeführt werden. Die Küchengeräte sowie die Kühlzellen sind alle am Ende ihrer Lebensdauer angekommen und die Leitungen (Strom, Wasser, Abwasser) müssen saniert werden. Das Restaurant entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen, die Abläufe für das Personal sind umständlich und ineffizient und auch für die Gäste sind die Bedingungen alles andere als ideal. 

Der Gemeinderat hat die Misere erkannt und schlägt zwei Neubau-Varianten vor. An einer Informationsveranstaltung im Dezember war es möglich, einen vertieften Einblick in die Pläne zu bekommen. Aus Sicht der SP Pfäffikon ist es dringend notwendig, früh genug einer Fehlentwicklung zu begegnen. Dies ist dank einer Online-Umfrage zum Umbau Gastro Strandbad Baumen noch bis Ende Januar möglich. 

Zwei Varianten: Kleinspecht und Haubentaucher 

Der Gemeinderat schlägt zwei Varianten vor, eine günstigere (Variante Kleinspecht) und eine teurere (Variante Haubentaucher). Favorit des Gemeinderats ist – wenn wunderts – die billigere Variante. Die SP Pfäffikon ist mit der Informationspolitik des Gemeinderats nicht einverstanden, da wichtige Informationen insbesondere zum Projekt Kleinspecht unterschlagen werden.  

Hauptargument für die kleinere Version dürfte der Preisunterschied sein, der in der Tat beachtlich ausfällt: Kleinspecht kostet 2,2 Millionen Franken und Haubentaucher 3,8 Millionen. Die Projektverantwortlichen gehen davon aus, dass die Rendite beider Varianten etwa gleich gross ist. 

Ungesund und nicht nachhaltig 

Der Preis ist das eine. Klar, 1,6 Millionen sind ein grosser Betrag. Letztlich belastet dieser Betrag die Rechnung der Gemeinde nur unwesentlich. Die Mehrkosten für die Abschreibung betragen pro Jahr nur rund 48’000 Franken. Dies bei einem Gesamtbudget von mehr als 90 Millionen im Jahr.  

Allerdings weist Kleinspecht einige Nachteile auf, die in den verfügbaren Informationen so nicht auftauchen und unbedingt benannt werden müssen: 

  • Alles vorgefertigt: Im Kleinspecht wird nichts mehr vor Ort produziert. Das Angebot setzt auf Fertigprodukte mit Schwergewicht auf frittierte Nahrungsmittel. Im Vergleich zu heute ist das Angebot sehr stark reduziert. Gesunde und nachhaltige Menüs sucht man in dieser Variante vergeblich. Der Aussenbereich hat deutlich weniger Sitzplätze als in der Variante Haubentaucher und weniger Schattenplätze. Es soll vermehrt auf der Liegewiese konsumiert werden. 
  • Einweg-Geschirr statt Mehrweg-Geschirr: Zwar betonen die Projektverantwortlichen, es werde wo möglich kompostierbares Geschirr verwendet. Das ist aber reine Augenwischerei. Das Problem ist folgendes: Kompostierbares Geschirr beispielsweise aus Palmblättern stammt oft aus ökologisch höchst fragwürdigen Quellen und ist im Vergleich dem Mehrwerg-Geschirr immer unterlegen. Ausserdem haben moderne Kompostieranlagen massive Probleme mit Einweggeschirr, da es viel zu langsam verrottet. Man stelle sich die Abfallberge vor, die an einem schönen Sonntag in der Badi anfallen. Ein Teil des Wegwerfgeschirrs ist trotzdem noch aus Plastik, was eine Trennung erfordert. Man kann sich vorstellen, wie an einem schönen Sonntag die Abfallcontainer aussehen werden.

Die Badi ist auch Lebensqualität 

Projekt Haubentaucher setzt auf variantenreiche Verpflegung, die zum Teil vor Ort zubereitet wird. Pizza und asiatische Gerichte, aber auch Frittiertes und Teigwaren gehören zum breiten Angebot. Ein modernes Selbstbedienungsrestaurant wird ergänzt durch eine grosszügige Küche mit angenehmen Arbeitsplätzen. Mit dem Projekt Kleinspecht versucht der Gemeinderat, einige Franken zu sparen. Er spart damit aber auch am mit Abstand wichtigsten Freizeitangebot der Gemeinde.  

Noch ein Wort zu den Bildern in der Umfrage: Projekt Kleinspecht ist sehr attraktiv dargestellt, ein schöner Holzbau, heimelig und gemütlich. Projekt Haubentaucher dagegen wirkt kalt, mit einem unpassenden Industriedesign. Das sind Beispielbilder von bestehenden Badi-Angeboten und haben gar nichts mit den vorgeschlagenen Projekten in Pfäffikon zu tun.  

Die SP Pfäffikon ruft Mitglieder, Sympathisant:innen und vor allem regelmässige Badigäste auf, an der Umfrage zu den beiden Projekten teilzunehmen. Der Vorstand unterstützt aus den genannten Gründen die Weiterentwicklung von Projekt Haubentaucher, damit die Badi am See weiterhin ein attraktiver Ort für Sport, Freizeit und Begegnung bleibt. 


Ein Desaster für FDP und SVP

Quelle: Pexels

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Die Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2025 war ein Desaster für SVP und FDP. Sechs Erkenntnisse aus einem spannenden Abend. 

  1. Erfolgreiche Mobilisierung: Die SP und die Grünen mobilisierten Sympathisant:innen und Mitglieder mit Erfolg. Das zeigt: Kompromissbereite und progressive Stimmbürger:innen können die Abstimmungsergebnisse an der Gemeindeversammlung entscheidend beeinflussen. Wenn wir uns vier Mal im Jahr diese zwei bis drei Stunden Zeit nehmen, können wir Pfäffikon zum Besseren verändern oder zumindest vor der bürgerlichen Kurzsichtigkeit bewahren.
    /
  2. Der neue SVP-Kandidat ist nicht wählbar: Die Fundamentalopposition der SVP gegen den bürgerlich dominierten Gemeinderat (2x SVP, 3x FDP) kippte mitunter ins Absurde. Die Streichungsanträge waren entweder nicht zulässig oder beruhten auf falschen Annahmen. Zum Teil waren sie finanziell sogar kontraproduktiv (Übernahme der PV-Anlage, Ersatz der alten Ölheizung). Der eigentliche Eklat war, dass die SVP Pfäffikon sogar für eine Rückweisung des Budgets stimmte, die radikalste Massnahme in einer Budgetdiskussion. Die Wortmeldung von Gemeinderatskandidat Florian Appenzeller folgte dann strategisch geschickt zur Annahme des Umbaus des Schulhauses Mettlen, war aber letztlich nur ein Ablenkungsmanöver.
    /
  3. Die FDP ist zu extrem: Der Auftritt der FDP zum Thema Frühe Förderung war eine Mischung aus fremdenfeindlichen Tiraden, unbelegten Vermutungen und dem Ruf nach schärferen Gesetzen für Eltern («die müssen wir härter anpacken»). Eigenartig für eine Partei, die sonst immer nach mehr Eigenverantwortung und Deregulierung ruft.
    /
  4. FDP und SVP sind weit weg von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern: Die beiden Parteien stellen fünf von sieben Gemeinderäte. Mehrmals mussten die Gemeinderäte ihre Parteikollegen auf Fehler, falsche Behauptungen und Irrtümer aufmerksam machen. Trotzdem sind die Parteileitungen scheinbar nicht fähig oder willens, sich die entsprechenden Informationen zu den Geschäften im Vorfeld zu besorgen. Sämtliche Anträge der beiden Parteien wurden denn auch mit überwiegendem Mehr verworfen. FDP und SVP sollten zurückfinden zu einer pragmatischen und mehrheitsfähigen Politik, die ihre Gemeinderäte vorleben.
    /
  5. Lokalpolitik verträgt keine extremen Haltungen: Die Gemeindeversammlung vom 8. Dezember zeigt, dass extreme und ideologisch geprägte Anträge kommunal nicht funktionieren. Die Stimmbürger:innen erwarten pragmatische Lösungen, die ihre Lebensqualität verbessern und den Service Public auf einem guten Niveau gewährleisten. SP, Grüne, GLP und EVP erfüllten diese Erwartungen.
    /
  6. Wahltag ist Zahltag: Die beiden dominierenden Parteien im Gemeinderat sind in ihrem derzeitigen Zustand nicht fähig, die Bevölkerung zu repräsentieren. Die Fundamentalopposition gegen die eigenen Behördenmitglieder ist schädlich für die Gemeinde. Es wird sich bei den Gemeindewahlen am 8. März zeigen, wie dieses destruktive Verhalten bei den Päffiker Wähler:innen ankommt. 


Ja zum Projektierungskredit für das Schulhaus Mettlen (C + D)

Quelle: Präsentation Informationsveranstaltung

Die SP Pfäffikon empfiehlt an der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember ein JA zum Projektierungskredit.

Wenn du selbst die Politik in Pfäffikon mitgestalten möchtest, bis du herzlich willkommen an den Mitgliederversammlungen. Hier wird diskutiert, gelacht und politisiert. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, Pfäffikon noch lebenswerter zu machen.


BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Am 8. Dezember 2025 stimmen wir an der Gemeindeversammlung über den Projektierungskredit für das Schulhaus Mettlen ab. Die Gebäude stammen aus den frühen 1960er-Jahren und entsprechen in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Pädagogik, Raumgestaltung und Technik. Eine Sanierung bzw. ein Neubau ist überfällig. Denn:

«Ein modernes Schulhaus besteht nicht mehr nur aus Erschliessungsfläche und Klassenzimmern, sondern aus Lern- und Lebensräumen, die flexibel genutzt werden können. Hier ist eine Architektur gefordert, die Entwicklung ermöglicht und nicht verbaut.»

Reto Thöny, Vizedirektor Stadtschulen Chur bis 2018.

Geplant ist die Sanierung des bestehenden Gebäudes C sowie der Neubau des Gebäudes D, um den Schülerinnen und Schülern moderne, funktionale Lernräume zu bieten. Zusätzlich wird die Möglichkeit einer späteren Aufstockung berücksichtigt, um bei steigendem Platzbedarf flexibel reagieren zu können. Im Vorfeld wurden von den Verantwortlichen diverse Handlungsoptionen geprüft, die aber weder die schulischen noch die baulichen Anforderungen an ein solches Projekt erfüllen konnte. Insbesondere zeigte sich, dass eine Teilsanierung des Traktes D auf lange Sicht teurer würde.

Der Projektierungskredit ist der notwendige erste Schritt, um die Planung sorgfältig, vorausschauend und kosteneffizient voranzutreiben. So wird sichergestellt, dass das Schulhaus Mettlen den zukünftigen Bedürfnissen der Gemeinde entspricht und eine Schule für die kommenden Generationen entsteht.

Mit dem Projektierungskredit können wir die Planung professionell und vorausschauend starten und so eine Schule für die Zukunft schaffen.

Jetzt handeln – für eine zukunftsfähige Schule für unsere Kinder und unsere Gemeinde. Stimmen Sie Ja!


«Frühe Förderung»: Kluge Investition in die Zukunft

Quelle: Pixabay

Die SP Pfäffikon empfiehlt an der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember ein JA zum Antrag des Gemeinderats.

Wenn du selbst die Politik in Pfäffikon mitgestalten möchtest, bis du herzlich willkommen an den Mitgliederversammlungen. Hier wird diskutiert, gelacht und politisiert. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, Pfäffikon noch lebenswerter zu machen.


BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Die geplante Koordinationsstelle «Frühe Förderung» in Pfäffikon hilft langfristig, viel Geld zu sparen und hilft genau jenen Kindern, die Unterstützung besonders benötigen.

An der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2025 beantragt der Gemeinderat die Schaffung einer Koordinationsstelle «Frühe Förderung». Die jährlichen Kosten werden für 2026 mit 94’700 Franken beziffert, ab 2030 soll die Summe auf rund 185’000 Franken steigen.

Das ist viel Geld und man fragt zurecht, ob sich diese Investition lohnt. In diesem Artikel versuchen wir, diese berechtigte Frage zu beantworten. Letztlich geht es um möglicherweise vermeidbare Kosten und mögliche Mehreinnahmen.

Bevormundet der Staat jetzt die Eltern?

Worüber debattieren wir eigentlich bei der «Frühen Förderung»? Die Wissenschaft gibt einen recht klaren Rahmen vor: Ab dem Zeitpunkt der Geburt bis zum Eintritt in den Kindergarten sollen Kinder – und Eltern – von der «Frühen Förderung» profitieren können. Unter diesem Begriff sollte man sich keine «frühe Schule» für Kleinkinder vorstellen. Es geht vielmehr darum, den Kindern zu ermöglichen, ihre in diesem Alter im Vergleich zu später sehr ausgeprägte Neugier und Lernfähigkeit optimal zu nutzen.

Die «Frühe Förderung» setzt genau an diesem Punkt an: Defizite – seien es sprachliche oder soziale – lassen sich in den ersten vier Lebensjahren sehr viel einfacher angehen als im späteren Leben.

Die Koordinationsstelle «Frühe Förderung» wird Eltern also nicht grossflächig belehren und überwachen. Sie soll gezielt dort aktiv werden, wo Unterstützung und Intervention zum Wohle des Kindes angezeigt ist. Das Angebot soll niederschwellig sein und es Eltern so ermöglichen, sich ohne viel Bürokratie Unterstützung zu holen. Je tiefer der sozioökonomische Status der Eltern ist, desto erfolgreicher sind die frühen Fördermassnahmen.

Jeder investierte Franken macht sich bezahlt

Die «Frühe Förderung» ist eine Chance, spätere Kosten zu vermeiden. Die Ablehnung der beantragten Mittel wäre kurzsichtig und führte zu langfristigen Sparschäden, welche die Kosten um ein Mehrfaches übersteigen.

Das zeigt nur schon ein Blick auf den Betrag, den unsere Schule heute für Kinder mit besonderen Bedürfnissen investiert. Beispielsweise ISR (Integrierte Sonderschulung), externe Sonderschulen und Stützungsmassnahmen wie Logopädie, DAZ (Deutsch als Zweitsprache) etc. Alles in allem machen diese Kosten rund 20 Prozent des gesamten Schulbudgets aus, konkret mehrere Millionen Franken jährlich. Die Koordinationsstelle «Frühe Förderung» soll den Anteil der Kinder senken, die während ihrer Schulzeit Massnahmen benötigen.

Doch um den Wert der «Frühen Förderung» richtig zu erfassen, darf die Kostenrechnung nicht mit der Schulzeit aufhören. Armut in der Schweiz hängt massgeblich mit dem Bildungsniveau zusammen: Je besser ausgebildet eine Person ist, desto geringer ist ihr Risiko, in die Armut abzurutschen. 56,8 Prozent der Sozialhilfebeziehenden verfügen über keine berufliche Ausbildung. Die Armutsstatistik der Schweiz bestätigt den kausalen Zusammenhang von Bildung und Armut: Während die Armutsquote der Gesamtbevölkerung bei 7,6 Prozent liegt, sind Personen, die über keine nachobligatorische Ausbildung verfügen, mit 13,7 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Dazu kommt: Armut steigert das Risiko gesundheitlicher Probleme sowie Vereinsamung, was ebenfalls Kosten verursacht.

Das führt uns zu der wohl schwierigsten und vielleicht wichtigsten Frage: Wie lässt sich die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel für die «Frühe Förderung» nachweisen? Prävention soll Kosten ja gar nicht erst entstehen lassen. Der Nachweis ist bei einer Massnahme, deren Wirksamkeit sich vielleicht erst nach 10 oder 20 Jahren zeigt, noch viel schwieriger.

Es gibt im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Studien, die einen dermassen langen Zeitraum überblicken. In England und den USA gibt es einige öffentlich zugängliche Studien, welche diese Voraussetzungen erfüllen. Besonders interessant ist das «High/Scope Perry Preschool»-Projekt. Die «Frühe Förderung» kümmerte sich hier sehr gezielt um kleine Kinder aus besonders benachteiligten Milieus. Die Resultate sind bemerkenswert: Heute 40-jährige Erwachsenen, die vom Projekt unterstützt wurden, weisen im Vergleich zu Menschen aus ihrer Alterskohorte, die keine Förderung als Kinder bekamen, in allen wichtigen Parametern (Schulabschluss, berufliche Anstellung, Sozialleistungsbezug, Straftaten) deutlich positivere Lebenswege aus.

Quelle: Grundlagenstudie M. Stamm "Frühkindliche Bildung in der Schweiz":

Ganz ähnliche Resultate zeigen verschiedene Studien, welche das Kosten-Nutzen-Verhältnis der «Frühen Förderung» in den Städten Zürich, Bern und in der Romandie untersuchten. Jeder investierte Franke kam letztlich zwischen 2,6 und 3,5 mal zurück. In Form von höheren Steuereinnahmen, eingesparten Sozialleistungen und anderen Kosten.

Quelle: Grundlagenstudie M. Stamm "Frühkindliche Bildung in der Schweiz"

Fazit: Sparen kostet viel Geld

Je benachteiligter die Kinder sind, desto erfolgreicher sind die frühen Fördermassnahmen. Darum ist der Ansatz der Gemeinde richtig, nicht mit der Giesskanne zu fördern, sondern genau da, wo es nötig ist. Diese heute anfallenden Kosten verhindern viel höhere Kosten in Jahren oder sogar Jahrzehnten. Kluge Politik ist vorausschauende Politik. Mal ganz abgesehen vom rein finanziellen Aspekt ermöglichen wir diesen Kindern, ihren Weg zu gehen und ihr Potenzial auszuschöpfen. Und das ist eine der nobelsten Aufgaben unserer Gesellschaft.

 


Links und Quellen

Für diesen Artikel wurden die folgenden Quellen genutzt. Das sind auch gute Anlaufstellen für alle, die sich vertieft mit dem Thema «Frühe Förderung» auseinandersetzen wollen.

Margrit Stamm et.al.: Frühkindliche Bildung in der Schweiz

Jacobs Foundation. Whitepaper zur Investition in die frühe Kindheit: Fokus volkswirtschaftlicher Nutzen

Strategie «Frühe Förderung» – Kanton Zürich

Schweizerische Unesco-Kommision Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung / Frühe Förderung in der Schweiz


Stellungnahme der SP Pfäffikon zum Mobilitätskonzept (Vernehmlassung)

Quelle: Pixabay

BEITRAG TEILEN


BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Die Stellungnahme ist gegliedert in fünf Teile: 

  • Allgemeine Einschätzung 
  • ÖV 
  • Fussverkehr 
  • Motorisierter Individualverkehr (MIV) 
  • Fahrradverkehr 

 

Allgemeine Einschätzung 

Das Mobilitätskonzept beschreibt ausführlich die Ist-Situation bezüglich Regulierungen, vorhandener Infrastruktur und den geplanten Massnahmen des Kantons. Eine übergeordnete Vision des Gemeinderates, wie sich die Mobilität in den nächsten 20 Jahren in Pfäffikon entwickeln soll, fehlt weitgehend.  

Die Entwicklung des Dorfkerns ist relativ detailliert beschrieben. Das Konzept ist jedoch nicht schlüssig: Wie und mit welchen Verkehrsmitteln die restlichen Quartiere mit dem Dorfkern verbunden werden sollen, wird aus dem Mobilitätskonzept nicht ersichtlich. 

Es ist nicht klar, mit welcher Strategie der Gemeinderat die Entwicklung in Pfäffikon steuern will. Welche Verkehrsmittel sollen aktiv gefördert werden und warum? Wo – ausser im Dorfkern – sind welche Massnahmen dafür vorgesehen? 

Es fehlt – ausgenommen für die angestrebte Unterführung Tunnelstrasse und einige Fusswege – jegliche Verbindlichkeit. Sämtliche Massnahmen beispielsweise für den Veloverkehr sind höchst vage beschrieben. Die SP Pfäffikon fordert den Gemeinderat auf, seine Ziele und Absichten verbindlicher zu formulieren. Grundsätzlich legt das behördenverbindliche REK (Raumentwicklungs-Konzept) ein starkes Gewicht auf den Velo- und Fussverkehr. Diese Vorgabe wird im Mobilitätskonzept zu wenig berücksichtigt.  

Die SP Pfäffikon erwartet, dass diese Fragen in einem Mobilitätskonzept, das für die nächsten rund 20 bis 40 Jahre die Verkehrspolitik der Gemeinde bestimmt, schlüssig und nachvollziehbar beantwortet werden. Dabei sollten alte Ideen, die aller Voraussicht nach weder bewilligungsfähig noch bezahlbar sind, nicht berücksichtigt werden. Insbesondere darf die Idee einer Westumfahrung in diesem Konzept überhaupt nicht auftauchen, da dieses Projekt mit allergrösster Wahrscheinlichkeit gar nicht umgesetzt werden kann. 

Verkehrsströme: Die Anzahl Bewegungen des MIV sind im Konzept nachvollziehbar und detailliert aufgeführt, sogar mit einer Schätzung für die Zukunft. Das gleiche fehlt allerdings für Fussgänger:innen und Velofahrer:innen. Das ist ein schwerwiegender Mangel, der behoben werden muss.  

Verkehrssicherheit: Im Mobilitätskonzept sind Schulwege mit keinem Wort erwähnt. Es fehlt die vertiefte Analyse der Schulwegsicherheit. Die SP Pfäffikon fordert den GR auf, dies nachzuholen und falls nötig konkrete Verbesserungsvorschläge für sämtliche Schuleinheiten vorzulegen. 

 

ÖV 

Die SP Pfäffikon begrüsst die Überlegungen, einen Ortsbus einzuführen bzw. die Routenführung der Postautos entsprechend anzupassen. Es ist aber klar, dass der GR hier keine Entscheidungsfreiheit hat. Der behindertengerechte Umbau der Bushaltestellen muss wie bisher vorangetrieben werden. 

 

Fussverkehr 

Im Mobilitätskonzept werden diverse Brennpunkte identifiziert. Verbesserungen werden mit baulich und zeitlich konkreten Projekten im Konzept festgehalten. Im Dorfkern soll sich mit einer umfassenden Verkehrsberuhigung eine klare Verbesserung für den Fussverkehr erreicht werden. Die SP Pfäffikon begrüsst diesen Ansatz.  

 

MIV 

Die angestrebte Beruhigung des Dorfkerns (Bahnhofstrasse, Kempttal-/Hochstrasse und Usterstrasse bei der reformierten Kirche) ist zu begrüssen. Gleichzeitig wird aber nicht auf die erschwerenden politischen Umstände eingegangen: Mit der Annahme des Gegenvorschlags zur Anti-Stau-Initiative soll Tempo 30 nur noch in Ausnahmefällen auf Hauptverkehrsachsen bewilligungsfähig sein. Eine Einschätzung, wie realistisch die Pläne des GR für die Hoch-/Kempttalstrasse sind, fehlt im Konzept, ebenso mögliche Alternativen. 

Auf die Massnahme „Westtangente“ soll verzichtet werden, da der Kanton dies bereits als nicht umsetzbar beurteilt und diese Massnahme aus dem kantonalen Richtplan streichen möchte.  

Das Thema Unterführung Tunnelstrasse nimmt im Mobilitätskonzept breiten Raum ein. Dies, obwohl die Stimmbürger:innen das Projekt am 12. Juni 2023 an der Gemeindeversammlung verworfen haben. Das Projekt ist mittlerweile deutlich über 20 Jahre alt. Dass der GR auf Rezepte aus dem letzten Jahrhundert setzt, um völlig andere Bedürfnisse der nächsten 20 bis 30 Jahre zu adressieren, ist unverständlich. 

Zum Thema Unterführung Tunnelstrasse müssen im Mobilitätskonzept folgende Fragen konkret beantwortet werden: 

  • Die Zahlen zu den möglichen Kosten sind 25 Jahre alt. Wie viel kostet die Unterführung Stand heute? Sollte diese Frage nicht beantwortet werden können, muss die Zahl von 6 Millionen aus dem Konzept entfernt werden. Alles andere wäre unseriös. 
  • Wie würde sich eine Unterführung an der Russikerstrasse auf den für den Langsamverkehr wichtigen Perimeter um die Einkaufszentren Migros und Coop auswirken?  
  • Mit wie viel Mehrverkehr auch aus Hittnau Richtung Effretikon wäre auf der Tunnelstrasse zu rechnen? Wären der Kreisel zur Tiefgarage Migros/Coop und die Einfahrt in die Kempttalstrasse fähig, diesen Mehrverkehr ohne Rückstau zu bewältigen? 
  • Wäre der Kanton bereit, sich an den Kosten allenfalls zu beteiligen? Frühere Gespräche mit Vertretern des Kantons waren nicht sehr positiv. Die SP Pfäffikon fordert diesbezüglich höchste Transparenz.  

Aufgrund der von der SP Pfäffikon angeregten Analysen muss der GR das gesamte Projekt neu beurteilen. Verworfene Varianten müssen zur Entschlackung aus dem Verkehrskonzept entfernt werden. 

Die SP Pfäffikon lehnt eine Unterführung Tunnelstrasse für den MIV als Teil des Mobilitätskonzepts ab. Die Unterführung führt zu möglicherweise massivem Mehrverkehr in einen Bereich, der laut Konzept verkehrsberuhigt werden soll. Die Erschliessung der Einkaufszentren Migros und Coop sowie weiterer Läden im Perimeter würde die ohnehin schon prekäre Situation für den MIV als auch den Langsamverkehr massiv verschlechtern. Einkaufenden würde zu Spitzenzeiten noch mehr Stau um den Kreisel zugemutet. 

Das Projekt untergräbt das Ziel, mehr Verkehrsteilnehmende zum Umstieg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Velo zu bewegen, wie es im REK vorgesehen ist. Ausserdem ist die Finanzierung im Moment noch völlig unklar. Pfäffikon fehlen die Mittel, dieses Bauwerk allein zu stemmen. Die vorgeschlagene Lösung ist aus diesen Gründen umstandslos zu verwerfen. 

 

Veloverkehr 

Die grössten Mängel des Mobilitätskonzepts sieht die SP Pfäffikon im Umgang mit dem Veloverkehr. Ein klares Bekenntnis des GR zur Förderung des Veloverkehrs fehlt, obwohl dies im behördenverbindlichen REK so festgehalten ist. Der Umstieg auf das Velo für Kurzstrecken, beispielsweise zum Einkaufen, zur Fahrt zum Bahnhof oder zur Badi ist für ein verkehrsberuhigtes Zentrum zentral. Je mehr Menschen Kurzstrecken mit dem Fahrrad erledigen, desto stärker entlastet das die Strassen vom MIV.  

Heute schrecken noch viele Pfäffiker:innen davor zurück, das Fahrrad zu nutzen, weil es in ihren Augen schlicht zu gefährlich ist. Das zeigt auch die lange Liste der identifizierten Brennpunkte im Mobilitätskonzept, die bei weitem nicht vollständig ist. 

Der GR muss im Mobilitätskonzept folgende Punkte nachbessern: 

  • Es braucht ein klares Bekenntnis zur aktiven Förderung des Veloverkehrs in Pfäffikon für Kurzstrecken. Das entspricht einem grundsätzlichen Wandel in der Verkehrspolitik. Dieser Wandel ist nicht zuletzt auch der verstärkten Nutzung von E-Bikes als Alltagsgefährt zu verdanken und muss vom GR nachdrücklich unterstützt und gefördert werden. 
  • Daraus abgeleitet muss der Gemeinderat konkret zeigen, mit welchen Mitteln er das erreichen will. Beispiele sind sichere Velovorzugsrouten aus allen Quartieren ins Zentrum, in die Badi und zu den Schulhäusern. Da dies auf den gemeindeeigenen Strassen vollzogen werden kann, ist man auch nicht abhängig vom Kanton.  
  • Das Mobilitätskonzept benennt 16 gefährlich Orte für Velofahrende. Bei den konkreten Massnahmen bleibt vieles sehr vage. Es fehlen konkrete Verbesserungsvorschläge und damit verbunden ein konkreter Zeitplan. Hier wünscht sich die SP Pfäffikon mehrVerbindlichkeit.  
  • Gemäss den beigezogenen Fachleuten brächte eine abgespeckte Unterführung Tunnelstrasse für den Velo- und Fussgängerverkehr massive Verbesserungen. Aus diesem Grund ist dieses Projekt prioritär zu behandeln.  

Ein Denkanstoss: Liesse sich diese Unterführung so gestalten, dass sie in Notfällen auch von Rettungsfahrzeugen wie der Sanität oder einem kleinen Ersteinsatzfahrzeug der Feuerwehr genutzt werden könnte?  

 

Zusammenfassung 

Die SP Pfäffikon ist nur in Teilen zufrieden mit dem zur Vernehmlassung vorgelegten Mobilitätskonzept. Es fehlt eine übergreifende Vision, wie sich der Verkehr in Pfäffikon entwickeln soll. Noch immer wird hauptsächlich auf den MIV gesetzt.  

Das behördenverbindliche REK ist bezüglich Velo- und Fussverkehr sehr klar:
«Pfäffikon führt ein dichtes Netz aus sicheren, hindernisfreien und direkten Haupt- und Alternativrouten für den Fuss- und Veloverkehr und alle Anspruchsgruppen. Der Fuss- und der Veloverkehr werden grundsätzlich getrennt voneinander geführt. Attraktive Wegverbindungen mit hoher Erholungsfunktion ausserhalb des Siedlungsraums ergänzen das Netz.» 

Der Gemeinderat hat sich der Aufgabe verweigert, diesen wichtigen Teil des REK im Mobilitätskonzept aufzunehmen und konkrete Umsetzungsvorschläge zu machen. Der Veloverkehr wird nicht als Chance gesehen, den MIV im Zentrum zu reduzieren.   

Das überdimensionierte und schlecht durchdachte Projekt Unterführung Tunnelstrasse ist zugunsten des Velo- und Fussverkehrs zu ändern. Das Thema Schulwegsicherheit ist zu ergänzen. Ins Mobilitätskonzept sollen nur Projekte einfliessen, die bezahlbar und realistisch sind. 

Das Mobilitätskonzept bleibt in vielen Teilen sehr vage und unverbindlich. Die SP Pfäffikon fordert den GR auf, sich konkret und verbindlich zu einer umweltgerechten, nachhaltigen und modernen Mobilität zu bekennen. Das behördenverbindliche REK muss dabei die Leitlinie sein. 

 


Mitgliedschaft

Werden Sie Mitglied der SP. Denn als SP-Mitglied können Sie mitreden und mitentscheiden.

SP Mitglied werden

Spende

Für eine Spende – egal ob gross oder klein – sind wir Ihnen sehr dankbar.

Jetzt spenden

Newsletter

Interessiert Sie die Arbeit der SP? Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden! Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Newsletter abonnieren

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Social Media Kanälen.

InstagramFacebook