Buchhaltung? Note 1 für die SVP

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BEITRAG VON HANSJÖRG HONEGGER

WEITERE BEITRÄGE
Im Regio macht die SVP mal wieder massiv Stimmung gegen Asylbewerbende. Es wird mit einer simplen Grafik gezeigt, dass die Asyl-Kosten für Pfäffikerinnen und Pfäffiker seit 2021 von angeblich 431’672 Franken auf sagenhafte 2’891’630 Franke im Jahr gestiegen sind.
Die Zahlen sind abgeschrieben aus der Erfolgsrechnung der Gemeinde und stammen aus dem Konto 4350, Kolonne «Aufwand».
Eigentlich müsste die SVP als selbsternannte Hüterin des Steuerbatzens wissen, dass eine Steigerung des Aufwands noch nichts mit dem Resultat zu tun hat. So wissen alle, die ein Unternehmen führen, dass sie nicht nur Lohn- oder Stromkosten anschauen dürfen Ende Jahr, sondern auch, was an Umsatz reingekommen ist. Darum ist das Nettoergebnis die wichtige Zahl: Die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag.
Hier hapert es ganz gewaltig in diesem Inserat (wie auch bei der Rechtschreibung).
Das Asylwesen ist kompliziert, zu kompliziert offensichtlich für die Verantwortlichen der SVP. Nicht nur, dass Kanton und Bund sich an den Kosten beteiligen. Nein, auch die interne Organisation des Asylwesens in Pfäffikon selbst hat sich zwischen 2021 uns 2025 verändert: Die Gemeindeverwaltung übernahm die Organisation des Asylwesens selbst und beendete die Zusammenarbeit mit der AOZ (Asylorganisation Zürich). Das veränderte diverse Zahlen.
Schaut man sich das Konto 4350 an und vergleicht die tatsächlichen Kosten, welche die Steuerzahlenden der Gemeinde Pfäffikon tragen mussten, sieht es so aus:
Nettoaufwand Asylbewerberbetreuung 2021: 189’008 Franken
Nettoaufwand Asylbewerberbetreuung 2024: 162’700 Franken.
Die Gemeindeverwaltung hat es also geschafft, die Belastung der Pfäffiker Steuerzahlenden in den letzten vier Jahren zu senken. Von der angeprangerten «Zunahme der Asylausgaben zulasten von uns Steuerzahlern im Bezirk Pfäffikon» kann keine Rede sein.
Klar ist: Die Kosten im Asylbereich haben zugenommen. Der Hauptgrund ist der Angriffskrieg, den Russland seit mehr als drei Jahren gegen die Ukraine führt. Diese Kosten werden gesamtschweizerisch solidarisch aufgeteilt. Dass die SVP den grössten bewaffneten Konflikt in Europa seit dem 2. Weltkrieg einfach ausblendet, spricht für sich.
Mit Verschwörungstheorie gegen eigene Behördenmitglieder
Der Tages-Anzeiger hat die polemische SVP-Kampagne ebenfalls aufgegriffen. Alle Gemeinden verwiesen auf den oben angesprochenen Punkt. Ausserdem betonten viele Gemeinden, dass die Zahlen nur bedingt vergleichbar seien, aus dem verschiedensten Gründen. Dies kommentierte SVP-Chef Domenik Ledergerber mit den Worten: «Wir beziehen uns auf öffentlich zugängliche Zahlen. Wenn diese nicht stimmen, ist das ein Skandal.» Die Jahresrechnungen der Gemeinden würden die Grundlage der anstehenden Budgetdebatten bilden. Wenn diese falsch seien, werde die Gesellschaft in die Irre geführt. Dieses Statement ist lächerlich. In allen Gemeinden hat die SVP Gemeinderäte und Kommissionsmitglieder, beispielsweise in der R(G)PK. Alle Behördenmitglieder haben uneingeschränkt Zugang zu allen Zahlen. Hier von einer Irreführung zu faseln, ist nicht nur ethisch verwerflich, sondern auch ein direkter Angriff auf die SVP-Behördenmitgliedern in den betroffenen Gemeinden.
Die Kantonale SVP sollte zur Kenntnis nehmen, dass in den meisten Gemeinden über die Parteigrenzen hinweg gut und kollegial zusammengearbeitet wird. Auf dieser Ebene wissen wir alle: Es geht nur gemeinsam. Dass die kantonale SVP ausgerechnet hier, am Fundament unserer Demokratie, absolut unbelegte Zweifel sät, ist unschweizerisch, unpatriotisch und gefährlich.
Warum es wichtig ist, den Gemeinderat kritisch zu hinterfragen

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WEITERE BEITRÄGE
Der Schutz von Natur und Umwelt ist durch die Gesetze auf nationaler und kantonaler Ebene verbindlich geregelt. An diese Gesetze müssen sich auch die Gemeinden halten. Sie haben aber einen rechten Spielraum, wie die Umsetzung vonstattengeht.
So muss die Gemeinde ein Inventar ökologisch wertvoller Lebensräume führen. Das können grössere Gebiete, aber auch einzelne Bäume sein. Für jedes eingetragene Objekt muss die Gemeinde Massnahmen für einen nachhaltigen Schutz und eine fachgerechte Pflege festlegen.
Viele dieser Inventare wurden in den 90er Jahren erstellt. Seither passiert bei vielen Gemeinden leider – nichts!
In Pfäffikon sind wir in der komfortablen Lage, mit dem Pfäffikersee ein grosses kantonales Naturschutzgebiet vor der Haustüre zu haben, das unter strengem Schutz steht. Das entbindet uns aber nicht von der Verantwortung, den Naturschutz innerhalb der Gemeinde ernst zu nehmen. Leider sieht das der Gemeinderat anders: Nicht weniger als 23 Objekte hätte der Gemeinderat kürzlich sang und klanglos aus dem Inventar entlassen, ohne die Schutzwürdigkeit vertieft zu prüfen.
Zum Glück haben Naturschutzorganisationen genau hingeschaut und gegen die Festsetzung rekurriert.
Dieses Beispiel zeigt, dass es mit der RGPK ein starkes Gegengewicht zum Gemeinderat braucht: Um die Entscheidungen und Anträge kritisch zu hinterfragen, damit die Stimmberechtigten eine fundierte zweite Meinung bekommen.
Behörden sind wie Küchenmannschaften

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WEITERE BEITRÄGE
Auf einer idealen Speisekarte findet jeder das Passende für sich – der Veganer genauso wie die Fleischliebhaberin und der Laktoseintolerante, derjenige mit kleinem Budget ebenso wie diejenige mit dem dicken Portemonnaie. Mit der idealen Speisekarte werden alle satt und sind zufrieden.
Um eine solche Speisekarte anzubieten, ist auch ein Küchenteam nötig, das all diese Wünsche abdecken kann und dies auch willens ist zu tun und in der Lage ist, gut zusammenzuarbeiten und die verschiedenen Vorlieben zu erkennen.
Vielleicht lassen sich eine gut funktionierende Gemeinde, ein Gremium, aber auch eine Schule mit einer solchen Küche beschreiben: Für alle Gäste gemeinsam das Beste wollen.
An unserem letzten Quartierfest war genau dies der Fall. Ein wunderbar vielfältiges Buffet für alle. Vom Rüeblisalat bis zum afrikanischen Reisgericht, von der Zitronencreme bis zum Schoggicake. Was für ein Festessen! Jeder konnte seinen Teller füllen. Alle wurden satt.
Und die Küche? Alle Gäste haben etwas zu diesem Buffet beigetragen. Jeder hat seinen Lieblingssalat mitgebracht oder das, was er/sie am besten zubereiten kann. Und wer nicht konnte oder wollte, durfte auch einfach etwas ins Kässeli legen.
Der Gemeinderat, die Behörden, die Parteien – sie alle sind die Küchenmannschaft für die Einwohnerinnen von Pfäffikon. Sie können jedem das Beste Menü anbieten, denn in ihrer Vielfalt liegt ihre Stärke und in der damit verbundenen Zusammenarbeit, also der Freude daran, gemeinsam das Beste für Pfäffikon zu erreichen.
Mit genau dieser Einstellung möchte ich als Mitglied der Sozialbehörde meine Arbeit tun: In guter Zusammenarbeit mit allen Kommissionsmitgliedern und zum Vorteil der Pfäffikerinnen und Pfäffiker.


