Windkraftgegner*innen setzen auf Technologieverbot 

Quelle: Pixabay

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BEITRAG DER SP PFÄFFIKON


WEITERE BEITRÄGE


Übersichtplan mit Ausschluss von Windenergieanlagen (1000 m und 2000 m)

Quelle: Teilrevision Nutzungsplanung 2025 „Initiative Windkraftanlagen“ Erläuterungsbericht nach Art. 47 RPV

Pfäffiker Windkraftgegner starten einen Frontalangriff auf die nachhaltige Energieversorgung. Es ist Zeit, sich die Argumente gegen Windkraft in Pfäffikon genauer anzuschauen.  

Gegen die Nutzung der Windkraft gibt es im Zürcher Oberland massive Opposition. Der Pfäffiker Gemeinderat wurde mittels einer Initiative gegen seinen Willen gezwungen, die Bau- und Zonenordnung so anzupassen. Auf dem Gemeindegebiet von Pfäffikon soll neu folgende Regel gelten:

«Der Abstand zwischen einer industriellen Windenergieanlage mit einer Nabenhöhe ab 30 Metern und einer zeitweise oder dauerhaft bewohnten Liegenschaft muss mindestens 2000 Meter betragen».

Die Gemeindeversammlung vom 17. November befindet über diese Änderung der BZO.  

Die Mitgliederversammlung der SP Pfäffikon empfiehlt nach einer engagierten Diskussion die Ablehnung der BZO-Änderung.

Was ist dran an den Argumenten der Windkraftgegner*nnen? 

Einige Argumente der Windkraftgegner*innen tönen auf den ersten Blick vernünftig. Ein genauer Blick zeigt aber: Vieles ist schlicht falsch. 

  • Schutz von Landschaftsbild und Naherholung 

Die Windräder sind gross und können das Erscheinungsbild unserer Landschaft verändern. Hier haben die Gegner ohne Zweifel einen Punkt. Wir müssen aber als Gesellschaft immer wieder abwägen, was uns wichtiger ist. Die SVP als klare Gegner der Windkraftanlagen haben keine Mühe damit, neue AKW zu fordern oder den massiven Ausbau der Wasserkraft. Kühltürme, mehrere hundert Meter hohe Dampfwolken oder Stauseen sind ok, solange die Bündner, Walliser oder Aargauer diese Last tragen müssen und nicht wir Zürcher Oberländer. Es ist angemessen, wenn wir einen Teil dieser Last solidarisch mittragen und diesen Eingriff in unsere Landschaft ermöglichen.
Die oft beklagte Rodung von Wald wegen Erschliessungsstrassen ist temporär. In der Schweiz darf Wald nur gerodet werden, wenn er woanders – oder am selben Ort – auch wieder aufgeforstet wird. Eine Studie zeigt sogar, dass der Artenreichtum um den Windpark Verenafohren wegen der Anlage zugenommen hat. 

  • Lärmbelastung massiv tiefer als von einer Quartiertrasse

Dieses Argument ist leicht zu widerlegen: Eine normale Quartierstrasse muss 350 Meter entfernt sein, um nur noch 50 Dezibel (db) laut sein. So laut wie ein Regenschauer. Ein moderne Windanlage macht bereits mit einem Abstand von nur gerade 170 Metern 40db. Um auf die Lautstärke von 40 db zu kommen – also der «Lärm», der normalerweise in einer ruhigen Wohnung herrscht – muss ein Windrad 600 Meter entfernt sein. Jede Quartierstrasse müsste 900 Meter entfernt sein, um auf diesen Wert zu kommen. Es ist schon etwas eigenartig, dass die SVP Tempo 30 auf vielen Strassen bekämpft und gleichzeitig Krokodilstränen weint, wenn es um die angeblich so laute Windenergie geht.

Zum Weiterlesen:
Lautstärke und Windkraftanlagen im Vergleich
Schallentwicklung
Die Mehrzahl der Anwohnenden fühlt sich nicht gestört

  • Windkraft hilft bedrohten Vögeln

«Windräder töten Vögel» ist einfach eine falsche Behauptung. Schätzungen gehen in der Schweiz von 30 Millionen toten Vögeln durch Katzen aus und rund 5 Millionen durch Glasfassaden. Windenergieanlagen verursachen pro Jahr rund 400 tote Vögel. In Vogelzuggebieten gibt es strenge Vorschriften, Anlagen werden während der Zugzeit sogar abgeschaltet. Moderne Anlagen verfügen über einen Radar, der das Windrad abschaltet, wenn ein Schwarm zu nah kommt. Die Vogelwarte Sempach – immer auf der Seite der Vögel – stellt fest: «Wir gehen davon aus, dass 75 % der europäischen Brutvögel vom Klimawandel bedroht sind. Wenn wir auf umweltfreundliche Windenergie setzen, kommt dies auch der Vogelwelt zugute». Windenergie verringert den Bedarf an fossilen Energien und trägt so zum Kampf gegen den Klimawandel bei. 

Zum Weiterlesen:
Windkraft und Vögel 

Unnötige Bürokratie und Rechtsunsicherheit für Liegenschaftenbesitzer*innen 

Das Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich hat die Zulässigkeit von kommunal festgelegten Mindestabständen ausserhalb der Bauzonen juristisch abklären lassen. Sie wird als generell unzulässig eingestuft. Die Regionalplanung Zürcher Oberland erachtet die neue BZO als nicht genehmigungsfähig. Trotzdem bestehen die Initianten auf diesem bürokratischen Leerlauf, der viele Kosten verursacht, aber überhaupt nichts bringt. 

Wenn eine Nachbargemeinde an der Grenze zu Pfäffikon ein Windrad aufstellt, greift die BZO genauso: Neubauten auf dem Gemeindegebiet Pfäffikon sind im Abstand von 2000 Metern nicht mehr möglich. Was das für Land- und Liegenschaften-Eigentümer*innen heisst, ist völlig unklar. Diese Rechtsunsicherheit ist absurd.  

Zusammenfassung 

Viele Argumente der Windkraftgegner*innen sind an den Haaren herbeigezogen. Windkraft liefert günstige und umweltfreundliche Energie. Das Zürcher Oberland kann solidarisch seinen Beitrag zur Energiewende leisten und bereits heute stark belastete Kantone entlasten. Die BZO-Revision ist ein bürokratischer Leerlauf und bringt massive Rechtsunsicherheiten für Liegenschaften-Eigentümer*innen in Pfäffikon 


Buchhaltung? Note 1 für die SVP

Quelle: Screenshot Regio vom 30.10.2025

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BEITRAG VON HANSJÖRG HONEGGER


WEITERE BEITRÄGE


Im Regio macht die SVP mal wieder massiv Stimmung gegen Asylbewerbende. Es wird mit einer simplen Grafik gezeigt, dass die Asyl-Kosten für Pfäffikerinnen und Pfäffiker seit 2021 von angeblich 431’672 Franken auf sagenhafte 2’891’630 Franke im Jahr gestiegen sind.

Die Zahlen sind abgeschrieben aus der Erfolgsrechnung der Gemeinde und stammen aus dem Konto 4350, Kolonne «Aufwand».

Eigentlich müsste die SVP als selbsternannte Hüterin des Steuerbatzens wissen, dass eine Steigerung des Aufwands noch nichts mit dem Resultat zu tun hat. So wissen alle, die ein Unternehmen führen, dass sie nicht nur Lohn- oder Stromkosten anschauen dürfen Ende Jahr, sondern auch, was an Umsatz reingekommen ist. Darum ist das Nettoergebnis die wichtige Zahl: Die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag.

Hier hapert es ganz gewaltig in diesem Inserat (wie auch bei der Rechtschreibung).

Das Asylwesen ist kompliziert, zu kompliziert offensichtlich für die Verantwortlichen der SVP. Nicht nur, dass Kanton und Bund sich an den Kosten beteiligen. Nein, auch die interne Organisation des Asylwesens in Pfäffikon selbst hat sich zwischen 2021 uns 2025 verändert: Die Gemeindeverwaltung übernahm die Organisation des Asylwesens selbst und beendete die Zusammenarbeit mit der AOZ (Asylorganisation Zürich). Das veränderte diverse Zahlen.

Schaut man sich das Konto 4350 an und vergleicht die tatsächlichen Kosten, welche die Steuerzahlenden der Gemeinde Pfäffikon tragen mussten, sieht es so aus:

Nettoaufwand Asylbewerberbetreuung 2021: 189’008 Franken
Nettoaufwand Asylbewerberbetreuung 2024: 162’700 Franken.

Die Gemeindeverwaltung hat es also geschafft, die Belastung der Pfäffiker Steuerzahlenden in den letzten vier Jahren zu senken. Von der angeprangerten «Zunahme der Asylausgaben zulasten von uns Steuerzahlern im Bezirk Pfäffikon» kann keine Rede sein.

Klar ist: Die Kosten im Asylbereich haben zugenommen. Der Hauptgrund ist der Angriffskrieg, den Russland seit mehr als drei Jahren gegen die Ukraine führt. Diese Kosten werden gesamtschweizerisch solidarisch aufgeteilt. Dass die SVP den grössten bewaffneten Konflikt in Europa seit dem 2. Weltkrieg einfach ausblendet, spricht für sich.

Mit Verschwörungstheorie gegen eigene Behördenmitglieder

Der Tages-Anzeiger hat die polemische SVP-Kampagne ebenfalls aufgegriffen. Alle Gemeinden verwiesen auf den oben angesprochenen Punkt. Ausserdem betonten viele Gemeinden, dass die Zahlen nur bedingt vergleichbar seien, aus dem verschiedensten Gründen. Dies kommentierte SVP-Chef Domenik Ledergerber mit den Worten: «Wir beziehen uns auf öffentlich zugängliche Zahlen. Wenn diese nicht stimmen, ist das ein Skandal.» Die Jahresrechnungen der Gemeinden würden die Grundlage der anstehenden Budgetdebatten bilden. Wenn diese falsch seien, werde die Gesellschaft in die Irre geführt. Dieses Statement ist lächerlich. In allen Gemeinden hat die SVP Gemeinderäte und Kommissionsmitglieder, beispielsweise in der R(G)PK. Alle Behördenmitglieder haben uneingeschränkt Zugang zu allen Zahlen. Hier von einer Irreführung zu faseln, ist nicht nur ethisch verwerflich, sondern auch ein direkter Angriff auf die SVP-Behördenmitgliedern in den betroffenen Gemeinden.

Die Kantonale SVP sollte zur Kenntnis nehmen, dass in den meisten Gemeinden über die Parteigrenzen hinweg gut und kollegial zusammengearbeitet wird. Auf dieser Ebene wissen wir alle: Es geht nur gemeinsam. Dass die kantonale SVP ausgerechnet hier, am Fundament unserer Demokratie, absolut unbelegte Zweifel sät, ist unschweizerisch, unpatriotisch und gefährlich.


Warum es wichtig ist, den Gemeinderat kritisch zu hinterfragen

Quelle: Hansjörg Honegger

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BEITRAG VON HARRY BRANDENBERGER

Beisitzer

WEITERE BEITRÄGE


Der Schutz von Natur und Umwelt ist durch die Gesetze auf nationaler und kantonaler Ebene verbindlich geregelt. An diese Gesetze müssen sich auch die Gemeinden halten. Sie haben aber einen rechten Spielraum, wie die Umsetzung vonstattengeht.

So muss die Gemeinde ein Inventar ökologisch wertvoller Lebensräume führen. Das können grössere Gebiete, aber auch einzelne Bäume sein. Für jedes eingetragene Objekt muss die Gemeinde Massnahmen für einen nachhaltigen Schutz und eine fachgerechte Pflege festlegen.

Viele dieser Inventare wurden in den 90er Jahren erstellt. Seither passiert bei vielen Gemeinden leider – nichts!

In Pfäffikon sind wir in der komfortablen Lage, mit dem Pfäffikersee ein grosses kantonales Naturschutzgebiet vor der Haustüre zu haben, das unter strengem Schutz steht. Das entbindet uns aber nicht von der Verantwortung, den Naturschutz innerhalb der Gemeinde ernst zu nehmen. Leider sieht das der Gemeinderat anders: Nicht weniger als 23 Objekte hätte der Gemeinderat kürzlich sang und klanglos aus dem Inventar entlassen, ohne die Schutzwürdigkeit vertieft zu prüfen.

Zum Glück haben Naturschutzorganisationen genau hingeschaut und gegen die Festsetzung rekurriert.

Dieses Beispiel zeigt, dass es mit der RGPK ein starkes Gegengewicht zum Gemeinderat braucht: Um die Entscheidungen und Anträge kritisch zu hinterfragen, damit die Stimmberechtigten eine fundierte zweite Meinung bekommen.


Behörden sind wie Küchenmannschaften

Quelle: Pixabay

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BEITRAG VON ANDREA SCHMID


WEITERE BEITRÄGE


Auf einer idealen Speisekarte findet jeder das Passende für sich – der Veganer genauso wie die Fleischliebhaberin und der Laktoseintolerante, derjenige mit kleinem Budget ebenso wie diejenige mit dem dicken Portemonnaie. Mit der idealen Speisekarte werden alle satt und sind zufrieden.

Um eine solche Speisekarte anzubieten, ist auch ein Küchenteam nötig, das all diese Wünsche abdecken kann und dies auch willens ist zu tun und in der Lage ist, gut zusammenzuarbeiten und die verschiedenen Vorlieben zu erkennen.

Vielleicht lassen sich eine gut funktionierende Gemeinde, ein Gremium, aber auch eine Schule mit einer solchen Küche beschreiben: Für alle Gäste gemeinsam das Beste wollen.

An unserem letzten Quartierfest war genau dies der Fall. Ein wunderbar vielfältiges Buffet für alle. Vom Rüeblisalat bis zum afrikanischen Reisgericht, von der Zitronencreme bis zum Schoggicake. Was für ein Festessen! Jeder konnte seinen Teller füllen. Alle wurden satt.

Und die Küche? Alle Gäste haben etwas zu diesem Buffet beigetragen. Jeder hat seinen Lieblingssalat mitgebracht oder das, was er/sie am besten zubereiten kann. Und wer nicht konnte oder wollte, durfte auch einfach etwas ins Kässeli legen.

Der Gemeinderat, die Behörden, die Parteien – sie alle sind die Küchenmannschaft für die Einwohnerinnen von Pfäffikon. Sie können jedem das Beste Menü anbieten, denn in ihrer Vielfalt liegt ihre Stärke und in der damit verbundenen Zusammenarbeit, also der Freude daran, gemeinsam das Beste für Pfäffikon zu erreichen.

Mit genau dieser Einstellung möchte ich als Mitglied der Sozialbehörde meine Arbeit tun: In guter Zusammenarbeit mit allen Kommissionsmitgliedern und zum Vorteil der Pfäffikerinnen und Pfäffiker.


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